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Zukunft der Arbeit und Industrie 4.0 – Schöne neue Welt?

Publikum bei der Posterpräsentation der studentischen Forschungsergebnisse (Bild: Julia Dyszy)

Zukunft der Arbeit und Industrie 4.0 – Schöne neue Welt?

Was bedeutet Industrie 4.0 für das gesellschaftliche Verständnis und den Stellenwert von Arbeit? Welche ethischen Fragen sind damit verbunden? Und wie sieht der Arbeitsmarkt der Zukunft im Kontext Industrie 4.0 aus? Um Antworten auf diese komplexen Fragen zu finden, veranstaltete das CMTS gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Nachhaltigkeitsmanagement im Wintersemester 2017/18 ein interdisziplinäres Projektseminar. Das aktuell kontrovers diskutierte Thema Industrie 4.0 wurde dabei von Master-Studierenden an der Schnittstelle von Management, Technologie und Gesellschaft aufgegriffen. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit wurden im Rahmen einer Abendveranstaltung am Donnerstag, dem 01.02.2018, auf AEG präsentiert. In den Räumlichkeiten des Energie Campus Nürnberg auf AEG trafen sich über 60 TeilnehmerInnen, um gemeinsam über die konkrete Ausgestaltung der Arbeit im Kontext von Industrie 4.0 zu diskutieren.

Zu Beginn der Veranstaltung präsentierten die vier studentischen Projektgruppen ihre Forschungsergebnisse zu interdisziplinären Fragestellungen im Themenfeld Arbeit und Industrie 4.0. Betreut wurden die studentischen Forschungsteams von FAU-Dozierenden aus den Themenbereichen Recht, Ethik, Arbeitsmarktsoziologie und Arbeitsmarktökonomik. Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Partnern aus der Praxis haben die Studierenden in den letzten Monaten intensiv an ihren jeweiligen Forschungsprojekten gearbeitet.

Vorstellung der studentischen Forschungsprojekte (Bild: Julia Dyszy)

Dabei fanden sie erste Antworten auf die folgenden Forschungsfragen:

  • Welche potenziellen Auswirkungen haben Digitalisierung und Automatisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt und die beteiligten Akteure und welche erforderlichen Maßnahmen können sich daraus ableiten lassen?
  • Wem gehören die Arbeitsergebnisse, die durch eine Maschine mittels künstlicher Intelligenz selbstständig geschaffen wurden?
  • Welche Risiken gehen mit der im Zuge der Digitalisierung möglich gemachten mobilen Arbeit einher und wie kann mit diesen umgegangen werden?
  • Welche Anforderungen an die Kompetenzen von Auszubildenden stellen sich in Zeiten von Arbeit 4.0 und welche Jugendlichen erfüllen diese (nicht)? Wie können die Ausbildungsperspektiven von leistungsschwachen Jugendlichen im gewerblich-technischen sowie im kaufmännischen Bereich in Zeiten von Arbeit 4.0 verbessert werden?

Im Anschluss an die Poster-Präsentationen der studentischen Projektgruppen diskutierten die TeilnehmerInnen, ExpertInnen und die Betreuenden intensiv die gewonnen Forschungsergebnisse der Studierenden und die zahlreichen neuen Fragen, die sich aus den Ergebnissen ableiten lassen.

Die studentischen Forschungsergebnisse können Sie hier einsehen:

Auswirkungen von Digitalisierung und Automatisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt

Mensch oder Maschine: Wem gehören die Arbeitsergebnisse?

Risikogovernance im Zeitalter Arbeit 4.0

Ausbildungsperspektiven für leistungsschwache Jugendliche in Zeiten von Arbeit 4.0

Vorstellung des studentischen Forschungsprojektes zur Risikogovernance (Bild: Julia Dyszy)

Den zweiten Teil der Abendveranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema Zukunft der Arbeit im Zeitalter von Industrie 4.0. Das Podium bestand dabei aus Prof. Dr. Christian Bär (Chief Digital Officer, DATEV eG), Ludwig Maier (DBG Bayern), Dr. Martin Sommer (Personalvorstand, Diehl Stiftung & Co. KG) und Prof. Dr. Brigitte Schels (Juniorprofessur für Arbeitsmarktsoziologie, FAU). Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Prof. Dr. Markus Beckmann. Auf dem Podium skizzierten die ExpertInnen ihre Einschätzungen zu den Folgen der Industrie 4.0 auf unser Arbeitsleben und gingen im Detail auf die Fragen und Kommentare des Publikums ein. Prof. Dr. Bär warnte, dass Unternehmen getrieben sind, dem Trend der Industrie 4.0 zu folgen, da ansonsten Existenzschwierigkeiten drohen können. Ludwig Maier vom DGB zeigte sich optimistischer: Zwar würden Stellen wegfallen, dennoch würden gleichzeitig viele neue Arbeitsplätze entstehen. Dagegen sah Dr. Sommer durchaus Beschäftigungsprobleme für Geringqualifizierte.
Professor Dr. Schels warf ein, dass sich die Industrie 4.0 vollkommen unterschiedlich auf die Arbeitswelt auswirkt. Manche Berufsfelder würden sich sehr stark wandeln, andere dagegen deutlich weniger. Auch kritische Fragen zum Datenschutz und der Wirkung gesetzlicher Regelungen zur Arbeitszeit wurden aufgeworfen. Einig waren sich die DiskussionsteilnehmerInnen aber, dass der Wandel der Arbeitswelt bereits im vollen Gange ist.

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Christian Bär, Ludwig Maier, Prof. Dr. Brigitte Schels, Dr. Martin Sommer und Prof. Dr. Markus Beckmann (von links nach rechts) (Bild: Julia Dyszy)

Insgesamt war sowohl das CMTS-Seminar zur Zukunft der Arbeit als auch die Abschlussveranstaltung ein voller Erfolg. Der Themenkomplex Arbeit und Industrie 4.0 hält noch zahlreiche Fragen für Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und letztlich jeden Einzelnen von uns bereit. Es gilt, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dazu kann die interdisziplinäre Forschung an der FAU einen entscheidenden Beitrag liefern.

Wir danken zudem den Podiums-TeilnehmerInnen, den Studierenden für ihre Arbeit im Seminar, den Dozierenden und dem Team des Energie Campus Nürnberg für die Gastfreundschaft.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Jens Heidingsfelder.

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